
Trinkwasserkolloquium
Präsenzveranstaltung zu aktuellen Herausforderungen der Trinkwasserversorgung mit Fokus auf Klimawandel, Resilienz und neue Regelwerke.
Neuer Veranstaltungsort 2026
Zum ersten Mal findet das Trinkwasserkolloquium an einem neuen Ort statt: der SV-Akademie in der Nähe des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die zentrale Lage ermöglicht eine noch bessere Erreichbarkeit für alle Teilnehmenden.
Aktuelle Entwicklungen bei der Trinkwasserversorgung
Das diesjährige 38. Trinkwasserkolloquium wartet mit einer ganzen Reihe von Neuerungen auf. Zum ersten Mal werden die beiden neuen Professoren am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart – Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam von der Abteilung Technische Umweltchemie und Sensortechnik sowie Prof. Dr.-Ing. David Werner von der Abteilung Multiskalige Umweltverfahrenstechnik – als Moderatoren bzw. Vortragende auftreten.


Klimawandel als Stresstest
Das zurückliegende Jahr ist in Baden-Württemberg mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen und einer sehr hohen Zahl an Hitzetagen in vielen Landesteilen eher in die Reihe der Dürrejahre einzuordnen, weshalb viele WVUWVU: Wasserversorgungsunternehmen auch wieder Spitzenabgaben verzeichnen konnten. Auch trafen die Folgen des Klimawandels durch extreme lokale Starkniederschläge auch 2025 wieder WVU in Baden-Württemberg.
Daher müssen die Lehren und Folgerungen sowohl aus den zurückliegenden Dürrejahren seit 2018 als auch aus den durch Starkniederschläge und Hochwasserkatastrophen geprägten Jahren 2021 und 2024 weiterhin konsequent verfolgt werden. Dürre und Hitze als auch extreme Starkregenereignisse sind nach wie vor Stresstests für die Wasserinfrastruktur. Daher ist für die Wasserversorgung weiterhin mitentscheidend, welche Unterstützung sie durch die Aktivitäten des Landes zur Weiterentwicklung der Wasserversorgung erfährt. Ein besonderer Fokus soll dabei auf die besondere Situation kleiner WVU gerichtet werden.
Grundwasser und Rohwasserqualität
Für die meisten WVUWVU: Wasserversorgungsunternehmen in Baden-Württemberg stellt Grundwasser die wesentliche Rohwasserressource dar. Daher ist es wichtig, einerseits Aussagen zum Grundwasserstress in Deutschland richtig einzuordnen und andererseits die Erfahrungen aus der ersten Runde der Umsetzung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung kritisch auszuwerten. Und schließlich kann auch ein Blick ins Nachbarland Österreich und die dort gemachten Erfahrungen mit der Umsetzung der EU-Trinkwasserrichtlinie hilfreich sein.
Leider stellt die Belastung der Rohwasserressourcen mit organischen Spurenstoffen ein Dauerthema für viele WVU dar. Es soll daher ein Überblick über die Befundlage mit Daten der Grundwasserdatenbank gegeben werden und dann mit Fokus auf die PFAS-ProblematikPFAS: Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen - langlebige chemische Verbindungen der Schadensfall Rastatt sowie die Erfahrungen zur PFAS-Entfernung aus 3 Wasserwerken dargestellt und diskutiert werden.
Aktuelle Entwicklungen und Innovationen
Traditionell werden in einem eigenen Block aktuelle Entwicklungen in der Wasserversorgung thematisiert. Dies reicht in diesem Jahr vom „Recycling-Flüssigboden" im Leitungsbau über die Preismodelle der beiden großen Fernwasserversorgungsunternehmen für das preisbasierte Demand Management bis hin zur Vorhersage der Entfernbarkeit von Spurenstoffen mit künstlicher Intelligenz.
Im Rahmen des Trinkwasserkolloquiums wollen wir auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit bieten, die Berichte von Politik, Wasserversorgungsunternehmen und Forschungseinrichtungen in den Diskussionsrunden sowie den Pausen ausgiebig mit Akteuren aus allen Bereichen der Wasserversorgung zu diskutieren.

Programmübersicht 2026
38. Trinkwasserkolloquium am 17.03.2026 • SV-Akademie, Stuttgart
Ankommen, Registrierung und Kaffee
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam
Grußworte des DVGW
Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh
Wasserversorgung quo vadis?
„Masterplan Wasserversorgung" – Erkenntnisse und weiteres Vorgehen
Dr.-Ing. Steffen Ochs, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Stuttgart
Wie ein Wasserversorger sich auf zukünftige Veränderungen einstellt - Folgerungen aus Ergebnissen des Masterplan Wasserversorgung und Strukturgutachten
Alexander Freygang, Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Mühlbach, Bad Rappenau
Wasserstrategie für Baden-Württemberg
Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh, Zweckverband Landeswasserversorgung
Diskussion
Kaffeepause
Rohwasserressourcen
Grundwasserstress in Deutschland – Fake News und Fakten
Dr. rer. nat. Daniel Petry, Referent Wasserwirtschaft, -güte & -verwendung, DVGW, Bonn
Umsetzung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung – Erfahrungsbericht am Praxisbeispiel der SW Bad Saulgau
M.Sc. Moritz Niethammer, DVGW-Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe
Felix Austria – wie die EU-Trinkwasserrichtlinie in Österreich umgesetzt wurde und was wir davon lernen können
DI Anna Selitsch, Bereichsleitung Wasser, ÖVGW, Wien
Diskussion
Mittagspause
Organische Spurenstoffe
Spurenstoffe im Grundwasser in Baden-Württemberg. Von Süßstoffen bis PFAS – was sagt die Grundwasserdatenbank Wasserversorgung?
Dipl.-Geoökol. Julia Bauer, DVGW-Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe
Der PFAS-Schadensfall Rastatt aus Sicht des Wasserversorgers – ein Fazit
Dipl.-Ing. & Dipl.-Wi.-Ing. Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt
Planung und Betrieb von PFAS-Eliminationsanlagen in der Wasserversorgung -3 Praxisbeispiele
Dipl.-Ing. Ulrich Kornhaas, Ingenieurbüro ALWIN EPPLER, Dornstetten
Diskussion
Kaffeepause
Entwicklungen in der Wasserversorgung
„Recycling-Flüssigboden" im Leitungsbau – von der Sonderlösung zur Regelbauweise
Dipl.-Ing. (FH) Steffen Jatz, Stadtwerke Sindelfingen
Preisbasiertes Demand Management – das Produkt Mehrbezug der Bodensee-Wasserversorgung und die Spitzenlastbepreisung auf Tagesbasis bei der Landeswasserversorgung
Dipl.-Ing. (FH) Hans-Martin Gall, Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung und Jan Meier, Zweckverband Landeswasserversorgung
Vorhersage der Entfernbarkeit von Spurenstoffen mit künstlicher Intelligenz
Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam, ISWA, Universität Stuttgart
Diskussion
Schlussworte
Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam, ISWA, Universität Stuttgart
Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh, Zweckverband Landeswasserversorgung
Ende der Veranstaltung
Anmeldung
Die Buchung erfolgt über Pretix. Der Shop listet reguläre und ermäßigte Tickets.