17. März 2026

Trinkwasserkolloquium

Präsenzveranstaltung zu aktuellen Herausforderungen der Trinkwasserversorgung mit Fokus auf Klimawandel, Resilienz und neue Regelwerke.

Beginn 09:15 · Ende ca. 16:40
SV-Akademie, Pariser Platz 3A, 70173 Stuttgart

Neuer Veranstaltungsort 2026

Zum ersten Mal findet das Trinkwasserkolloquium an einem neuen Ort statt: der SV-Akademie in der Nähe des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die zentrale Lage ermöglicht eine noch bessere Erreichbarkeit für alle Teilnehmenden.

Aktuelle Entwicklungen bei der Trinkwasserversorgung

Das diesjährige 38. Trinkwasserkolloquium wartet mit einer ganzen Reihe von Neuerungen auf. Zum ersten Mal werden die beiden neuen Professoren am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart – Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam von der Abteilung Technische Umweltchemie und Sensortechnik sowie Prof. Dr.-Ing. David Werner von der Abteilung Multiskalige Umweltverfahrenstechnik – als Moderatoren bzw. Vortragende auftreten.

Klares Trinkwasser
Auswirkungen von Dürre und Klimawandel

Klimawandel als Stresstest

Das zurückliegende Jahr ist in Baden-Württemberg mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen und einer sehr hohen Zahl an Hitzetagen in vielen Landesteilen eher in die Reihe der Dürrejahre einzuordnen, weshalb viele WVUWVU: Wasserversorgungsunternehmen auch wieder Spitzenabgaben verzeichnen konnten. Auch trafen die Folgen des Klimawandels durch extreme lokale Starkniederschläge auch 2025 wieder WVU in Baden-Württemberg.

Daher müssen die Lehren und Folgerungen sowohl aus den zurückliegenden Dürrejahren seit 2018 als auch aus den durch Starkniederschläge und Hochwasserkatastrophen geprägten Jahren 2021 und 2024 weiterhin konsequent verfolgt werden. Dürre und Hitze als auch extreme Starkregenereignisse sind nach wie vor Stresstests für die Wasserinfrastruktur. Daher ist für die Wasserversorgung weiterhin mitentscheidend, welche Unterstützung sie durch die Aktivitäten des Landes zur Weiterentwicklung der Wasserversorgung erfährt. Ein besonderer Fokus soll dabei auf die besondere Situation kleiner WVU gerichtet werden.

Grundwasser und Rohwasserqualität

Für die meisten WVUWVU: Wasserversorgungsunternehmen in Baden-Württemberg stellt Grundwasser die wesentliche Rohwasserressource dar. Daher ist es wichtig, einerseits Aussagen zum Grundwasserstress in Deutschland richtig einzuordnen und andererseits die Erfahrungen aus der ersten Runde der Umsetzung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung kritisch auszuwerten. Und schließlich kann auch ein Blick ins Nachbarland Österreich und die dort gemachten Erfahrungen mit der Umsetzung der EU-Trinkwasserrichtlinie hilfreich sein.

Leider stellt die Belastung der Rohwasserressourcen mit organischen Spurenstoffen ein Dauerthema für viele WVU dar. Es soll daher ein Überblick über die Befundlage mit Daten der Grundwasserdatenbank gegeben werden und dann mit Fokus auf die PFAS-ProblematikPFAS: Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen - langlebige chemische Verbindungen der Schadensfall Rastatt sowie die Erfahrungen zur PFAS-Entfernung aus 3 Wasserwerken dargestellt und diskutiert werden.

Aktuelle Entwicklungen und Innovationen

Traditionell werden in einem eigenen Block aktuelle Entwicklungen in der Wasserversorgung thematisiert. Dies reicht in diesem Jahr vom „Recycling-Flüssigboden" im Leitungsbau über die Preismodelle der beiden großen Fernwasserversorgungsunternehmen für das preisbasierte Demand Management bis hin zur Vorhersage der Entfernbarkeit von Spurenstoffen mit künstlicher Intelligenz.

Im Rahmen des Trinkwasserkolloquiums wollen wir auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit bieten, die Berichte von Politik, Wasserversorgungsunternehmen und Forschungseinrichtungen in den Diskussionsrunden sowie den Pausen ausgiebig mit Akteuren aus allen Bereichen der Wasserversorgung zu diskutieren.

Moderne Wasserinfrastruktur

Programmübersicht 2026

38. Trinkwasserkolloquium am 17.03.2026 • SV-Akademie, Stuttgart

PDF herunterladen
08:45

Ankommen, Registrierung und Kaffee

09:15

Begrüßung und Einführung

Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam

09:20

Grußworte des DVGW

Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh

Wasserversorgung quo vadis?

09:30

„Masterplan Wasserversorgung" – Erkenntnisse und weiteres Vorgehen

Dr.-Ing. Steffen Ochs, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Stuttgart

09:50

Wie ein Wasserversorger sich auf zukünftige Veränderungen einstellt - Folgerungen aus Ergebnissen des Masterplan Wasserversorgung und Strukturgutachten

Alexander Freygang, Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Mühlbach, Bad Rappenau

10:10

Wasserstrategie für Baden-Württemberg

Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh, Zweckverband Landeswasserversorgung

10:30

Diskussion

10:40

Kaffeepause

Rohwasserressourcen

11:10

Grundwasserstress in Deutschland – Fake News und Fakten

Dr. rer. nat. Daniel Petry, Referent Wasserwirtschaft, -güte & -verwendung, DVGW, Bonn

11:30

Umsetzung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung – Erfahrungsbericht am Praxisbeispiel der SW Bad Saulgau

M.Sc. Moritz Niethammer, DVGW-Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe

11:50

Felix Austria – wie die EU-Trinkwasserrichtlinie in Österreich umgesetzt wurde und was wir davon lernen können

DI Anna Selitsch, Bereichsleitung Wasser, ÖVGW, Wien

12:10

Diskussion

12:20

Mittagspause

Organische Spurenstoffe

13:30

Spurenstoffe im Grundwasser in Baden-Württemberg. Von Süßstoffen bis PFAS – was sagt die Grundwasserdatenbank Wasserversorgung?

Dipl.-Geoökol. Julia Bauer, DVGW-Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe

13:50

Der PFAS-Schadensfall Rastatt aus Sicht des Wasserversorgers – ein Fazit

Dipl.-Ing. & Dipl.-Wi.-Ing. Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt

14:10

Planung und Betrieb von PFAS-Eliminationsanlagen in der Wasserversorgung -3 Praxisbeispiele

Dipl.-Ing. Ulrich Kornhaas, Ingenieurbüro ALWIN EPPLER, Dornstetten

14:30

Diskussion

14:40

Kaffeepause

Entwicklungen in der Wasserversorgung

15:00

„Recycling-Flüssigboden" im Leitungsbau – von der Sonderlösung zur Regelbauweise

Dipl.-Ing. (FH) Steffen Jatz, Stadtwerke Sindelfingen

15:20

Preisbasiertes Demand Management – das Produkt Mehrbezug der Bodensee-Wasserversorgung und die Spitzenlastbepreisung auf Tagesbasis bei der Landeswasserversorgung

Dipl.-Ing. (FH) Hans-Martin Gall, Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung und Jan Meier, Zweckverband Landeswasserversorgung

15:50

Vorhersage der Entfernbarkeit von Spurenstoffen mit künstlicher Intelligenz

Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam, ISWA, Universität Stuttgart

16:10

Diskussion

16:30

Schlussworte

Prof. Dr. rer. nat. Patrick Bräutigam, ISWA, Universität Stuttgart
Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh, Zweckverband Landeswasserversorgung

ca. 16:40

Ende der Veranstaltung

Anmeldung

Die Buchung erfolgt über Pretix. Der Shop listet reguläre und ermäßigte Tickets.

Pretix öffnen