PFAS und Mikroschadstoffe in Kläranlagen und Trinkwasser

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) gelten als eine der drängendsten Herausforderungen der Wasserwirtschaft. Sie sind persistent, bioakkumulierend und werden durch konventionelle Klärverfahren kaum eliminiert. Seit Januar 2026 gelten in der EU neue Trinkwassergrenzwerte (0,10 µg/L Einzel-PFAS), und die novellierte Wasserrahmenrichtlinie listet 25 PFAS als neue Prioritätsstoffe. Das FEI e.V. Abwasserkolloquium greift diese Entwicklungen mit aktueller Forschung und Praxisbeispielen auf.

Thematischer Hintergrund

  • EU-Trinkwasserrichtlinie: neue PFAS-Grenzwerte ab Januar 2026 (0,10 µg/L)Weitere Informationen
  • WRRL-Novelle: 25 PFAS als neue Prioritätsstoffe in Oberflächengewässern (Trilog Sept. 2025)Weitere Informationen
  • PFAS-Monitoring in kommunalen Kläranlagen: regulatorischer HintergrundWeitere Informationen
  • Eliminationstechnologien: Aktivkohle, Ozonung, elektrochemische Oxidation, NMR-Sensorik
  • PFAS in Klärschlamm: Befunde und Konsequenzen (UBA-Studie 2024)Weitere Informationen

Bei dieser Veranstaltung behandelt

  • NQUA: NMR-Quantensensorik für Echtzeit-PFAS-Nachweis und -Elimination (Universität Stuttgart / ISWA)

Abwasserkolloquium 2026

16. Juli 2026

Zum Abwasserkolloquium

Häufige Fragen

Was sind PFAS und warum sind sie in Kläranlagen problematisch?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien die sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern. In Kläranlagen werden sie durch konventionelle biologische Verfahren kaum abgebaut und gelangen in Gewässer und Grundwasser.

Welche PFAS-Grenzwerte gelten ab 2026?

Die novellierte EU-Trinkwasserrichtlinie schreibt ab 12. Januar 2026 einen Grenzwert von 0,10 µg/L für einzelne PFAS und 0,50 µg/L für die Summe aller PFAS im Trinkwasser vor. Das DWA-Merkblatt M 1200-2 setzt den PFAS∑20-Referenzwert für Wasserwiederverwendung auf ebenfalls 0,10 µg/L.

Welche Technologien eliminieren PFAS in Kläranlagen?

Granulierte Aktivkohle (GAK) ist die aktuell am weitesten verbreitete Methode. Ozonung mit biologischer Nachbehandlung zeigt gute Ergebnisse für kurzkettige PFAS. Neuere Ansätze umfassen elektrochemische Oxidation und NMR-Quantensensorik (Projekt NQUA, Universität Stuttgart).

Was ist das Forschungsprojekt NQUA?

NQUA (NMR-Quantensensorik für Umweltanalytik) ist ein vom BMFTR gefördertes Forschungsprojekt der Universität Stuttgart (ISWA, Institut für Intelligente Sensorik). Es entwickelt einen NMR-Quantensensor zum Echtzeitnachweis von PFAS in Abwasser kombiniert mit einem Adsorptions- und Ultraschallreaktorsystem zur Elimination.

Müssen Kläranlagen PFAS jetzt überwachen?

Kläranlagen haben zunehmend Überwachungspflichten im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie und nationaler Abwasserverordnungen. Die neuen WRRL-Prioritätsstoffe (Trilog-Einigung September 2025) werden bis 2027 in nationales Recht umgesetzt und erweitern die Pflichten erheblich.

Wie hängen PFAS und Wasserwiederverwendung zusammen?

Für die Wasserwiederverwendung (EU-VO 2020/741) muss Klarwasser bestimmte Qualitätsklassen erfüllen. Das DWA-Merkblatt M 1200-2 legt einen PFAS-Referenzwert von 0,10 µg/L fest. Kläranlagen die aufbereitetes Wasser für Bewässerung liefern wollen müssen daher eine weitergehende PFAS-Elimination nachweisen.